Spendenzusage

Hiermit sage ich dem Verein der Freunde und Förderer des Clemens Sels Museum e.V. (Museumsverein) verbindlich eine Spende in der folgenden Höhe zu:
Den Betrag werde ich an den Verein zahlen, wenn der Stadtrat sich entscheidet die angebotene Jugendstilsammlung anzunehmen und einen Anbau für das Museum zu errichten. Diese Spende ist zweckgebunden und darf nur für die Errichtung und Ausstattung des Anbaus verwendet werden.
Der Museumsverein sendet unmittelbar nach Einzahlung eine Spendenquittung, die steuerlich geltend gemacht werden kann.

Der Anbau zum Museum ist entbehrlich.

Drei Gründe, warum wir ihn uns gerade daher leisten sollten.

1. Kultur läßt sich nicht nachrechnen, dennoch ist sie existenziell.

Die Bedeutung der Kultur wird in der öffentlichen Diskussion stets außerordentlich hervorgehoben. Auch in unserer Stadt gab es in den letzten Jahren mehrere kulturpolitische Podiumsdiskussionen, in denen sich die Kandidaten und Vertreter der verschiedenen politischen Parteien eindeutig zu den Leistungen der kulturellen Institutionen bekannten. In klingender Münze hat sich dieses Bekenntnis zum Kulturstandort Neuss nie ausgezahlt. Das städtische Kulturbudget verharrte bei mickrigen 3,4% des Haushaltes.
Stacks Image 1386
Die Kulturschaffenden hat dies nicht davon abgehalten, großartige kulturelle Angebote auf die Beine zu stellen, die weit über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt und auf die die Neusser zu Recht auch stolz sind. Ökonomisch lässt sich das kaum erklären. Nach den Gesetzen des Marktes dürfte es solche Angebote in Neuss gar nicht geben. Es gibt sie aber und daran wird offensichtlich, dass sich die Entfaltung von Kultur nicht nach ökonomischen Gesetzen erklären lässt.
Stacks Image 1392
Ihre fundamentale Bedeutung für unser Dasein erkennen wir gerade in diesen Tagen in der Diskussion um die Flüchtlingskrise. Worum drehen sich die hitzigsten Diskussionen? Über welche Themen werden die engagiertesten Kommentare verfasst? Stets geht es um kulturelle Identität, selten um Geld. Sogar die selbsternannten Retter des Abendlandes thematisieren vor allem Einflüsse der Einwanderung auf unsere Kultur. Die Furcht vor ökonomischen Belastungen spielt (fast) keine Rolle. Wie unter einem Brennglas zeigt uns die Flüchtlingskrise die wahre Bedürfnispyramide unserer Gesellschaft auf. Die Kultur steht ganz oben.
Stacks Image 1398
Gerade in einer Zeit der Krisen und Umbrüche - und die jetzige Zeit darf man ohne Übertreibung als solche bezeichnen - sind Investitionen in die Kultur richtig und notwendig.
Stacks Image 1311
Stacks Image 1313
Stacks Image 1315

2. Ein Zeitfenster hat sich geöffnet

Die Entwicklung unserer Gesellschaft wird manchmal von Zufällen bestimmt, von Chancen die sich unerwartet ergeben und die man dann ergreifen kann, oder eben nicht. In der Regel bestehen diese Chancen nur für einen kurzen Zeitraum, weshalb sie auch mit dem Begriff Zeitfenster belegt werden. Ein Fenster öffnet sich und schließt sich auch wieder. Historische Zeitfenster für die Kultur in Neuss gab es schon. In jedem dieser Fenster tat sich eine einmalige Chance auf und die Neusser haben sie stets genutzt.
Die Schenkung der Pauline Sels
Auf Grundlage dieser Sammlung entstand das Clemens Sels Museum Neuss, dessen Sammlung nach dem Kriege konsequent weiterentwickelt wurde und auf das wir heute sehr stolz sein dürfen.
Der Kauf des Globe Theaters
Beschlossen mit der denkbar knappsten Mehrheit im Stadtrat, war es Anstoß für die Entwicklung des Shakespeare-Festvals, welches heute eines der renomiertesten Theaterfestivals in Deutschland ist.
Die Schließung des Kaufhauses Horten
Aus einer stadtplanerischen Katastrophe, der Schließung eines wichtigen Einkaufsmagneten in der Innenstadt, wurde ein lebendiges Verwaltungs- und Kulturzentrum. Die bemerkenswerte Entwicklung des Rheinischen Landestheaters in den letzten Jahren ist ohne den Neubau schwer vorstellbar.
Nun gibt es erneut eine Großchance, die niemand zuvor auf dem Radarschirm hatte. Wir sollten jetzt strategischen Weitblick beweisen und diese Chance nicht nur erkennen, sondern auch für die Entwicklung unserer Stadt nutzen.
Stacks Image 1341
Stacks Image 1344
Stacks Image 1347

3. Die Zukunft gestalten, statt die Gegenwart zu verwalten

Die Kritiker des Anbaus haben vollkommen recht. Eine Entscheidung für das Projekt birgt zahlreiche Unsicherheiten, angefangen von der Finanzierung, über die Betriebskosten eines erweiterten Museums, bis hin zu der zu hohen, oder auch zu niedrigen Zahl der Besucher, von der man ausgehen soll. Ist Nichtstun also die risikofreiere Wahl?
Höchstwahrscheinlich ist das nicht so. Wir leben in einer sich ständig wandelnden Welt. Die so genannte digitale Revolution hat in den letzten Jahren das Veränderungstempo so hoch getrieben, wie wir es noch nie zuvor erlebt haben. Die Lebensgewohnheiten der Menschen ändern sich rasant und wer sich nicht mit verändert, geht unter. Dies gilt für alle Lebensbereiche, auch für die kulturellen Angebote von Städten und Gemeinden.
Wenn wir wollen, dass alles bleibt wie es ist, muss sich alles ändern.
Tancredi Falconieri ('Il Gattopardo', Giovanni de Lampedusa)
Mittelgroße Städte wie Neuss, gerade wenn sie in unmittelbarer Nachbarschaft von Metropolen liegen, sind besonders gefährdet. Die Stadt Neuss hat es durch kluge Investitionen in der Vergangenheit geschafft, sich bis zum heutigen Tag eine kulturelle Eigenständigkeit zu bewahren. Dies gelang, indem die seltenen Chancen klug genutzt wurden. Völlig risikofrei waren diese Beschlüsse nie und die Projekte hätten auch scheitern können, aber eines war immer klar: Wenn man es nicht versucht hätte, wären wir in jedem Fall gescheitert.
In diesem Sinne plädieren die Freunde und Förderer des Clemens Sels Museum Neuss für die Annahme der Schenkung der Jugendstilsammlung und die Errichtung eines Anbaus, in dem diese Sammlung und Wechselausstellungen gezeigt werden können.